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DI
Michaela
Aigner
Kurzporträt Die 28-jährige Chemikerin beeindruckt nicht nur mit herausragenden Studienergebnissen sondern auch mit Erfahrungen durch zahlreiche Praktika bei diversen technisch/pharmazeutischen Firmen und Universitätsinstituten. Sie kann auf Lehrtätigkeit an einer Fachhochschule und an der Universität Innsbruck verweisen. Vorträge, Posterpräsentationen bei Konferenzen sowie eine Auszeichnung mit einem Leistungsstipendium der TU Wien runden ihren bisherigen beruflichen Werdegang ab. Michaela Aigner arbeitet an der Fertigstellung ihrer Dissertation (auf dem Gebiet der RNA-Forschung), die sie bis Juni 2010 abschließen will. Das L’Oréal Österreich Stipendium ermöglicht ihr die Durch-führung diverser Experimente im Endstadium ihrer Doktorarbeit. Michaela Aigner ist überzeugt, dass ihre Faszination für Wissenschaft, insbesondere für angewandte Biowissenschaften, weiter anhalten wird und dementsprechend strebt sie eine Karriere in der Forschung an. Ihr Ziel ist nach dem Studienabschluss eine Post-Doc-Stelle für etwa zwei Jahre im Ausland zu bekommen, vorzugsweise in einem renommierten Forschungslabor in den USA, in England oder in Skandinavien. Derzeit liegt ihr Fokus auf Nukleinsäurechemie und chemischer Biologie. Sie würde gerne dieses Gebiet vertiefen, ist aber auch offen für andere Bereiche der modernen chemischen Synthese. Projekt Forschungsgebiet: Organische Chemie Azid-modifizierte RNA für neue Labeling-Strategien „Mein Forschungsgebiet und meine Dissertation beschäftigen sich mit RNA, die chemisch durch eine Azidgruppe verändert wurde. Ziel meiner Arbeit ist, mit Hilfe dieser chemischen Veränderung neue Möglichkeiten zu schaffen, die Interaktion von Nukleinsäuren untereinander oder von Nukleinsäuren mit Proteinen untersuchen zu können. RNA steht für ribonucleic acid (Ribonukleinsäure) und bezeichnet ein Biopolymer, das sich aus den 4 Bausteinen Adenosin, Cytidin, Guanosin und Uridin zusammensetzt. Sie wird oft als „kleine Schwester der DNA“ bezeichnet und ist der doppelsträngigen DNA im Aufbau auch ähnlich, liegt aber meist einzelsträngig vor. Die Hauptaufgabe der RNA besteht darin, die in der DNA gespeicherte Information in Proteine umzusetzen. In den letzten Jahren wurden weitere RNA-Klassen entdeckt, die noch andere Aufgaben erfüllen. In unserer Forschungsgruppe leisten wir einen Beitrag zum molekularen Verständnis wichtiger biologischer Prozesse von RNA-Molekülen. Dafür wird die RNA chemisch hergestellt, das heißt wir reihen die einzelnen Bausteine durch chemische Reaktionen aneinander. Dies gibt uns die Möglichkeit, einen Baustein, der in der Natur nicht vorkommt, aber z.B. die Untersuchung der dreidimensionalen Struktur von RNA-Molekülen ermöglicht, gezielt an einer bestimmten Stelle eines RNA-Stranges zu setzen. In meiner Dissertation arbeite ich mit den RNA-Bausteinen Adenosin und Uridin, die von mir verändert werden: sie erhalten als funktionelle Gruppe ein Azid an der sogenannten 2’-Position, anstatt der in der RNA natürlich vorkommenden Hydroxyfunktion. Damit es mit diesen veränderten Bausteinen beim Aufbau der RNA nicht zu unerwünschten Umsetzungen kommt, musste dafür ein spezielles, von der Standardmethode abweichendes Verfahren entwickelt werden. Die auf diese Weise hergestellte RNA, die nun an einer bestimmten gewünschten Position die Azid-Funktion trägt, eröffnet einige Vorteile. Diese Veränderung erlaubt es, die RNA mit einem Farbstoff oder sonstigen chemischen Signalstoff zu markieren („Labeling“ der RNA). Dies öffnet den Weg zu Anwendungen beispielsweise im Bereich der Erkennung von RNA-Viren oder bestimmten RNAs in Lösung. Weiters kommt diese veränderte Form der RNA in biologischen Systemen nicht vor und kann daher unter physiologischen Bedingungen als selektives Markierungsreagens Verwendung finden, um biologische Prozesse mitverfolgen zu können.“ |
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DI Dr. Christina Lexer
Kurzporträt Das Interesse für Technik und Maschinen wurden der 29-jährigen Chemikerin bereits in die Wiege gelegt. Schon während ihres Studiums arbeitete Christina Lexer mehrere Jahre hindurch als Chemikerin in einem analytischen Labor der VA-Tech in Weiz. Daneben war sie drei Semester lang an der Technischen Universität Graz als Studienassistentin in der Lehre tätig. Im Juni 2009 beendete Christina Lexer ihre Dissertation und bereitet mithilfe des L’Oréal Österreich Stipendiums die nächsten Schritte für die zukünftige Berufslaufbahn als Wissenschafterin vor. Da sie nicht nur ein großes Interesse für Chemie - insbesondere für die Grundlagenforschung - aufbringt, sondern auch ihre Begeisterung für die Lehre entdeckt hat, strebt sie eine Universitätskarriere an. Das L’Oréal Österreich Stipendiums ermöglicht ihr, das im Folgenden beschriebene Projekt durchzuführen sowie ein weiteres Projekt auszuarbeiten und dessen mögliche langfristige Finanzierung (zum Beispiel durch ein Erwin Schrödinger Stipendium) vorzubereiten. Die promovierte Technische Chemikerin kann auf mehrere wissenschaftliche Publikationen und eine beachtliche Zahl von über 20 Vorträgen und Posterpräsentationen bei wissenschaftlichen Fach-veranstaltungen im In- und Ausland - darunter USA, Mexiko, China und Frankreich - verweisen. Die dafür notwendigen Sprachkenntnisse perfektionierte sie zwischen Matura und Studienbeginn während eines einjährigen Aufenthalts als Au-pair in den USA. Projekt Forschungsgebiet: Polymerchemie Multiple Interkalation der DNA unter Verwendung von wasserlöslichen Polymeren mit kovalent gebundenen Platin-Komplexen „Mein Forschungsgebiet sowie meine Dissertation beschäftigen sich mit der Herstellung, Charakterisierung sowie der Anwendung von Polymeren. Polymere sind chemische Verbindungen, die aus gleichen oder ähnlichen Einheiten (Monomeren) aufgebaut sind. Das grundlegende Interesse an Polymeren beruht auf den breiten Anwendungsmöglichkeiten wie z.B.: Kunststoffverpackungen (PVC, PE) oder PU-Schaum (Sportschuhsohlen oder Montageschaum). Aber nicht nur diese sehr breiten Anwendungsgebiete sind von großem Interesse. So fallen in den Bereich der Polymerchemie auch speziellere Nischen wie die Herstellung von Sensoren, Solarzellen, OLED's (organische Leucht-dioden) oder auch jegliche Art der Veränderung von Oberflächeneigenschaften. Im Zuge dessen beschäftigt sich unsere Arbeitsgruppe mit der Herstellung von sogenannten Funktionspolymeren mittels ROMP (Ring Öffnende Metathese Polymerisation). Diese Polymere werden je nach den gewünschten Anforderungen mit speziellen Eigenschaften ausgestattet. So können mit der verwendeten Polymerisationsmethode nicht nur molekulare Charakteristika (funktionelle Gruppen, Länge und Gewicht des Polymerstrangs) sondern auch die chemische Natur jedes Stranges (wasserlöslich, biozid) festgelegt bzw. kontrolliert werden. Ein besonderes Augenmerk meines Forschungsgebietes liegt hierbei auf der Herstellung und Charakterisierung von Polymeren mit Platin-Komplexen. Diese Komplexe haben nicht nur heraus-ragende fluoreszente Eigenschaften sondern sind auch von großer Bedeutung für die Einlagerung und in Folge die Zerstörung von DNA-Sequenzen. Dadurch kann sich in weiterer Folge eine mögliche Anwendung in der Krebstherapie ergeben.“ |
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Dr. Katja Sagerschnig
Kurzporträt Die 31-jährige Mathematikerin hat derzeit eine Post-Doc-Stelle inne, nach deren Auslaufen sie eine Fortsetzung ihrer wissenschaftlichen Karriere anstrebt. Als nächsten Schritt plant sie einen Forschungsaufenthalt an einer Universität im Ausland, um ihre internationale Erfahrung weiter zu vertiefen. Das L’Oréal Österreich-Stipendium ermöglicht ihr, dafür ein Projekt und eine langfristige Finanzierung (am ehesten durch ein Erwin Schrödinger Stipendium) vorzubereiten beziehungsweise auszuarbeiten sowie ihre derzeit laufenden Projekte abzuschließen. Dazu gehören die Publikation der Ergebnisse ihrer Arbeiten in internationalen Journalen und die Präsentation ihrer Forschung bei Fachkonferenzen und Workshops. Katja Sagerschnig ist Mathematikerin mit Leib und Seele und hat bereits während ihres Studiums umfangreiche Erfahrungen in Forschung und Lehre gesammelt. So war sie etwa Tutorin im Rahmen von Lehrveranstaltungen auf dem Gebiet der Mathematik und Physik an der Universität Wien und der Universität für Bodenkultur und hat Übungskurse für Lehramtskandidaten auf dem Gebiet der Algebra abhalten. Weiters hat sie bereits an einer Reihe von Workshops und Konferenzen im In- und Ausland teilgenommen. Sie ist Mitglied einer Wiener Forschergruppe, die in permanentem Austausch mit tschechischen Mathematikern steht und gemeinsame Seminare über Parabolische Geometrie veranstaltet. Das Vermitteln von mathematischem Wissen und die Kommunikation ihrer Forschung sind ihr ein großes Anliegen. Wissenschaftliche Publikationen, Konferenzberichte und zahlreiche Vorträge in Tschechien, Frank-reich, Deutschland und Italien runden die bisherige Berufserfahrung von Katja Sagerschnig ab. Projekt Forschungsgebiet: Differentialgeometrie Generische Rang 2 Distributionen in Dimension 5 und konforme Strukturen „Mein Forschungsgebiet ist Teil der Differentialgeometrie. Ich beschäftige ich mich mit generischen Rang 2 Distributionen in Dimension 5. Was dieser abstrakte Begriff bedeutet, möchte ich anhand eines anschaulichen Beispiels aus der Mechanik beschreiben: Betrachten wir etwa zwei Bälle mit unterschiedlichen Radien, die aufeinander rollen, dann wird der Konfigurationsraum dieses Systems durch 5 Parameter beschrieben: Nehmen wir an, der größere Ball ist fixiert, dann ist die Position des kleineren Balls bestimmt durch die Koordinaten des Berührungspunktes auf dem großen Ball (2 Parameter) und eine Rotation bezüglich seiner Ausgangsposition (3 weitere Parameter). Tatsächlich kann man aus einer gewählten Position in jede andere gelangen, indem man den kleinen Ball auf dem fixen Ball rollt, ohne dabei zu rutschen und ohne zu drehen. Mathematisch ausgedrückt bestimmen diese Einschränkungen an den zuge-lassenen Bewegungen eine maximal nicht-integrable Rang 2 Distribution auf dem 5-dimensionalen Konfigurationsraum und wir bezeichnen eine solche Distribution als generisch. Ebenso kann man ein System bestehend aus einem Auto das auf einem ebenen Parkplatz fährt als generische Distribution auf einem Konfigurationsraum beschreiben. Diese Beschreibung impliziert die bekannte Tatsache, dass ein Auto, obwohl ihm nicht alle Bewegungen in der Ebene möglich sind, in jede beliebige Position gefahren und insbesondere eingeparkt werden kann. In meiner Arbeit betrachte ich generische Rang 2 Distributionen als spezielle Beispiele von parabolischen Geometrien. Die Theorie parabolischer Geometrien ermöglicht es, viele verschiedene Strukturen, die in der modernen Differentialgeometrie und auch Physik von großem Interesse sind (neben generischen Distributionen zum Beispiel auch konforme Strukturen), auf einheitliche Weise und mit algebraischen Methoden zu studieren. Daher gibt es viele Bezüge zu anderen Forschungs-bereichen, etwa zu dynamischen Systemen, zur Kontrolltheorie und auch zur Relativitätstheorie. Ziel meines Forschungsprojektes ist es, im Rahmen der Theorie parabolischer Geometrien zu einem besseren Verständnis der Geometrie der Distributionen beizutragen. So arbeite ich in Zusammen-arbeit mit einem Kollegen an einer Charakterisierung von konformen Strukturen, die man solchen Distributionen zuordnen kann, ich versuche Symmetrien zu verstehen, und ich habe eine explizite Formel für die konformen Strukturen entwickelt. Das sind rein mathematische Fragestellungen und Ergebnisse, die jedoch, insbesondere für spezielle Beispiele aus der Physik, interessante Anwendungen haben könnten.“ |
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Dr. Claudia Wascher
Kurzporträt Die Liebe zur Natur und den Tieren zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben der 27-jährigen Verhaltensforscherin. Schon während ihres Studiums engagierte sich Claudia Wascher für den WWF (World Wide Fund For Nature) in Deutschland, war freiwillige Mitarbeiterin im Projekt Tierschutz im Unterricht und biologische Ratgeberin für einen steirischen Forstbetrieb. Während sie sich sowohl für ihre Diplomarbeit als auch für ihre Dissertation intensiv mit Graugänsen beschäftigte, widmen sich ihre derzeitigen wissenschaftlichen Studien den Rabenkrähen und deren Kooperationsbereitschaft (bzw. –vermögen). Dabei vergleicht sie eine Gruppe nicht-kooperativ brütender Rabenkrähen in Österreich mit einer Gruppe kooperativ brütender Krähen in Solanilla (Nordspanien). Das L’Oréal Österreich Stipendium ermöglicht den Einstieg in dieses Projekt (das in Österreich beginnt) und die Vorbereitung einer weiterführenden Projektfinanzierung. Mit dieser Post-Doc-Position möchte Claudia Wascher ihre bisherige wissenschaftliche Tätigkeit fortsetzen und sich auf ihrem Gebiet international etablieren. Claudia Wascher verfügt über weitreichende und vielfältige Auslandserfahrungen. Sie absolvierte Praxistrainings in Ägypten, Schweden und Deutschland. Zudem war sie vier Monate lang als Gaststudentin an der Universität von Valladolid in Spanien, mit der sie auch künftig kollaborieren möchte. Zuletzt befand sie sich auf einem dreimonatigen Forschungsaufenthalt in Australien, wo sie in Kollaboration mit Wissenschaftern der Veterinärmedizinischen Universität Wien sowie der NTNU Trondheim die physiologischen Grundlagen von kooperativem Verhalten an Apostlebirds (einer in Australien heimischen Korvidenart) untersuchte. Die frischgebackene Doktorin der Biologie kann auf unglaubliche 24 Vorträge und Konferenzbeiträge und 13 wissenschaftliche Publikationen sowie mehrfache Lehrtätigkeit verweisen. Projekt Forschungsgebiet: Verhaltensforschung Fairness und die Vermeidung ungleicher Behandlung bei Rabenkrähen (Corvus corone corone) „In meinem Projekt untersuche ich, ob Rabenkrähen auf ungleiche Behandlung mit Ablehnung reagieren. Sowohl in menschlichen als auch in nicht-menschlichen Gesellschaften sind unterschiedlichste Formen von kooperativem Verhalten beobachtbar (z.B. kooperatives Jagen, kooperatives Brüten, die Bildung von Allianzen). Ein spezifischer Aspekt der Kooperationsforschung ist die Reaktion auf Ungleich-Behandlung bzw. die Mechanismen zu deren Vermeidung. Es ist bekannt, dass Menschen eine starke Ablehnung gegenüber ungleicher Belohnung zeigen, und so ist es auch bei Tieren. In der Vergangenheit konnte dieses Verhalten bei unterschiedlichen Primatenarten, unlängst sogar bei Hunden nachgewiesen werden. In meinem Projekt untersuche ich, ob auch Rabenkrähen (Corvus corone corone) mit Ablehnung auf ungleiche Behandlung reagieren. Die Studie wird an der Konrad-Lorenz Forschungsstelle in Oberösterreich durchgeführt. Dort wurde in den letzten zwei Jahren eine Gruppe von acht Rabenkrähen darauf trainiert, mit einem Menschen ein nicht-essbares Objekt gegen Futter auszutauschen. Ich werde erforschen, ob die Bereitschaft der Individuen, zu tauschen, von der Wertigkeit der Belohnung und dem sozialen Kontext abhängt. Dafür werden unterschiedliche Belohnungsmodelle getestet, in denen einzelne Individuen andere Gruppenmitglieder beim Tauschen beobachten können. Die Frage ist, ob die Tiere das Tauschen verweigern, wenn sie für den gleichen Arbeitsaufwand schlechteres Futter als andere Individuen bekommen. Für die Entwicklung kooperativen Verhaltens ist es entscheidend, den Arbeitsaufwand anderer Individuen in Relation zu dem eigenen setzen zu können. Rabenkrähen legen im Freiland ein hohes Maß an kooperativem Verhalten an den Tag. Daher erwarte ich in einer Spezies wie dieser auch die Fähigkeit, auf ungleiche Belohung reagieren zu können.“ Download: Biographie der Stipendiatinnen |
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